Monatliche Kolumne

Demokratie braucht Begegnung (März 2026)
(Achtung: Dieses Plädoyer ist noch pathetischer als seine Überschrift)


Jährlich werden in Deutschland rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen – das sind pro Person durchschnittlich 75 Kilogramm im Jahr. Bei solch hohen Zahlen kann einem schon Mal schwindlig werden. Mit den Lebensmitteln landen auch Energien und Ressourcen für Herstellung und Transport der Lebensmittel in der Tonne. Währenddessen leiden weltweit mehr als 900 Millionen Menschen Hunger.

In solch verschwenderischen Zeiten spaltet sich die Gesellschaft in Extreme. Statt miteinander in Austausch zu treten, vertiefen wir uns in virtuellen, durch Algorithmen bestimmten Blasen. Menschen wie Donald Trump lassen auch das letzte Fünkchen Zuversicht in weite Ferne schwinden. Wie soll angesichts der sich immer weiter zuspitzenden Klimakatastrophe und Kriege in verschiedenen Teilen der Erde der notwendige system change überhaupt vorstellbar sein? Wir raufen uns die Haare und fragen uns, wem wir noch glauben können oder was wir als kleines Individuum überhaupt noch retten können.

Mit dem Foodsharing-Café wollen wir direkt dort anknüpfen: Weg von der Ohnmacht und politischer Frustration hin zum gemeinsamen Handeln! Wir wollen Begegnungsräume schaffen für Menschen mit verschiedenen Hintergründen, die sonst nicht miteinander in Kontakt kommen. Nicht die große Politik verändern, sondern lokal – direkt hier in Freiburg, im Stadtteil in dem wir wohnen, in der eigenen Nachbarschaft – Menschen zusammenbringen! Raus aus der Ohnmacht und Angst, wollen wir niedrigschwellige Begegnung schaffen. Denn gerade weil die Gegenwart so unabwendbar scheint, haben wir Hoffnung, dass dies uns in den Austausch über uns antreibende Utopien bringt. Über Fragen, wie „was wünsche ich mir für die Zukunft?“ Und „was wünschen sich eigentlich die Anderen?“


Lassen wir die Graswurzel der Veränderung keimen. Schritt für Schritt gestalten wir die Veränderung gemeinsam. Ein aktuelles Projekt des Foodsharing-Café, das im Endspurt der Vorbereitungsarbeit steckt, ist die Mobile Küche. Eine Pop-Up-Küche, deren Schwerpunkt auf der Verwertung
geretteter Lebensmittel liegt und den Anspruch hat, Raum für Austausch und niedrigschwellige Begegnung zu schaffen.
Denn was verbindet uns mehr, als gemeinsam zu kochen und essen?


März 2026